Der Bienenkönig aus Werdohl – Erfahrungen des Imkers Franz Berger
Zwischen Lenne und Verse liegt das beschauliche Städtchen Werdohl. Hier herrsche ich als der Bienenkönig Franz Berger über das Volk der Bienen, züchte und halte sie schon seit vielen Jahren, stelle Honig aus den verschiedensten Blüten her, erfreue mich an meiner Arbeit in der Natur und sorge mich aber gleichzeitig über die wachsende Bedrohung meiner Schützlinge durch Insekten- und Pflanzengifte aus der Landwirtschaft.
In diesem Blog möchte ich deshalb über mein Hobby und mein Leben mit den Bienen berichten. Über meine Tätigkeit als Imker, die ebenso viel Sensibilität und Mut erfordert wie betriebswirtschaftliches und technisches Knowhow. Dabei ist nicht nur die Honigherstellung Ziel meiner Arbeit, sondern auch der Bienen- und Insektenschutz, denn diese fleißigen Tiere sind ein wichtiger Teil des natürlichen Kreislaufes in der Nahrungskette. Beim Pollensammeln sorgen die Bienen, Hummeln und andere Insekten nämlich auch dafür, dass die Fruchtstände in den Blüten bestäubt werden und daraus später Äpfel, Birnen, Kirschen, Erdbeeren und andere Früchte werden.
Wer gern Honig isst und auch andere Bienenprodukte wie Kerzen aus Bienenwachs oder heilendes Gelee Royale oder Propolis mag, wird sicherlich nichts dagegen haben, dass Bienen in seinem Garten nach duftenden Blüten suchen. Vielleicht hat der eine oder andere schon mal eine Biene dabei beobachtet, wie sie mit pollenbepackten Taschen von einer Blüte zur nächsten schwebt. Beeindruckend dabei ist, was die Bienen wirklich bei ihrer Arbeit leisten, wie viele Kilometer sie jeden Tag zurücklegen, wie sie sich orientieren und sich gegenseitig im Bienenvolk unterstützen.
So müssen für die Herstellung von 1 Kilo Honig rund 100.000 Bienenausflüge gemacht, 150.000.000 Blüten besucht und 3 Kilo Nektar eingesammelt werden. Dafür muss ein ganzes Bienenvolk von durchschnittlich 30.0000 Arbeiterinnen einen ganzen Tag lang schuften. Der Spruch vom „fleißigen Bienchen“ ist also berechtigt und sollte eine Biene doch mal ihren Stachel zeigen, so hat sie sicherlich allen Grund dazu!